East Side Gallery vs. Einheitswippe

Okay, vielleicht brauchen wir ein Einheitsdenkmal. Vielleicht taugt auch eine Wippe. Zumindest wäre diese ein stiller Appell, die Dinge zwischen Ost und West ins Lot zu bringen und auch dort zu halten.

Wenn es aber, wie kürzlich bei der Wahl des Bundespräsidenten geschehen, eines Machtworts von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bedarf, um die Einheitswippe als Einheitsdenkmal durchzusetzen, zeugt dies von berechtigten Zweifeln an der Symbolkraft des geplanten Denkmals.

Es stellt sich die Frage, ob die geplante begehbare Schale unter dem schicken Motto „Bürger in Bewegung“ wirklich ein Einheits- und Freiheitsdenkmal darstellt, das die „Leistung der Ostdeutschen bei der friedlichen Revolution“ hinreichend zu würdigen vermag.

Haben sich die Menschen vielleicht bereits ihr eigenes Freiheitsdenkmal gewählt?

Jährlich „pilgern“ bis zu 5 Millionen Menschen an die East Side Gallery, weil sie den stillen Ruf des Jahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie in sich zu bergen scheint. Wie sonst lassen sich die spontanen wie massiven internationalen Proteste des Jahres 2013 erklären, als der Berliner Senat zugunsten zweier Luxusbauprojekte Hand an die weltberühmte Galerie legte? Wie sonst ist es zu erklären, wenn Berlinerinnen und Berliner inzwischen für ein „UNESCO-Weltkulturerbe East Side Gallery“  sowie für ein „Lebendiges Denkmal an die Freude – East Side Gallery“ werben? Was sich genau hinter der Idee eines „Lebendigen Denkmals an die Freude“ verbirgt, hat Reto Thumiger (pressenza.com) die Initiatoren in einem lesenswerten Interview gefragt.

#EastSideGallery
#Einheitsdenkmal
#Freiheitsdenkmal
#Einheitswippe
#Wippe

Bildquelle: Wikimedia Commons,
Milla&Partner, eigene Arbeit, CC BY-SA 3.0

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Bündnis unterstützt ‚Volksentscheid retten!‘

volksentscheid-retten

Die »Freiheit« ist ein zartes Licht,
das stets aufs Neue gedacht, gelebt, bewahrt
sowie erstritten werden will.

— Denkanstoß für das Konzept eines lebendigen Denkmals
»an die Freude« East Side Gallery —

100 Berliner Tische und Initiativen machen als »Initiative Volksentscheid retten!« mobil gegen die Änderung des Abstimmungsgesetzes durch den Berliner Senat. Die Tische und Initiativen kritisieren vor allem den Vorschlag des Senats, künftig Steuergelder zur Werbung gegen Volksbegehren und Volksentscheide einzusetzen.

Insbesondere weil der Berliner Senat aktuell in einem Eilverfahren das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes aushebelt, das 740.000 Berlinerinnen und Berliner per Volksentscheid beschlossen haben, kritisiert das Bündnis ‚East Side Gallery retten!‘ das Vorgehen des Senats als Anschlag auf die wenigen Elemente direkter Demokratie  unserer Stadt.

Link zur Initiative: www.volksentscheidretten.de

 

Denkanstoß für das Konzept eines „lebendigen“ Denkmals East Side Gallery vorgelegt

Grafik: Doro Tops

Grafik: Doro Tops

Die East Side Gallery ist ein Denkmal von unten – ein Symbol der Freude über die von den Bürgerinnen und Bürgern 1989 friedlich erkämpfte Freiheit. „Dieses Symbol dürfen wir uns von niemanden wegnehmen lassen“, meinen die Autoren des Denkanstoßes. Sie schlagen vor, die East Side Gallery zu einem „lebendigen Denkmal“ umzugestalten, damit auch künftige Generationen den freiheitlichen Geist des Jahres 1989 und die ihm immanente Kraft erfahren können. Gerade in der heutigen, zunehmend orientierungslosen Zeit, ginge von einem „lebendigen Denkmal“ East Side Gallery ein wichtiges, positives Signal aus. Aktuell reifende „offizielle“ Konzepte zur Zukunft des Denkmals East Side Gallery griffen zu kurz.

Link: Denkanstoß für das Konzept eines „lebendigen Denkmals“ East Side Gallery