Genehmigung des Luxuswohnturms „Living Levels“ verstößt gegen Berliner Denkmalschutz

Das Bauvorhaben „Living Levels“ des umstrittenen Investors Maik Uwe Hinkel ist nach dem Berliner Denkmalschutzgesetz eigentlich verboten. Aufgrund eines absoluten Genehmigungsverbotes, das in § 10 des Berliner Denkmalschutzgesetzes (DSchG Bln) festgeschrieben ist, hätten die Behörden das Bauvorhaben nicht genehmigen dürfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine kritische Analyse des Bündnisses „East Side Gallery retten!“.

Aus der kritischen Analyse folgt, dass sich die Bezirksverwaltung Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Senatsverwaltung im Fall der East Side Gallery von Anfang an über geltendes Denkmalschutzrecht hinweggesetzt haben. So hätten weder der zugrunde liegende Bebauungsplan entlang der East Side Gallery eine Bebauung vorsehen noch die Genehmigung zum Bau des Luxuswohnturms erteilt werden dürfen.

PDF: Kritische Analyse der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung des Bauvorhabens „Living Levels“ vom 30.08.2013

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Bündnis: Führt die Verwaltung die Öffentlichkeit eventuell an der Nase herum?

Offiziell verlautet, der Brommy-Steg komme als Rad- bzw. Fußgängerbrücke und es gebe keine weiteren Durchbrüche entlang der „East Side Gallery“.

Allerdings enstehen in naher Zukunft etwas 6000 Wohnungen um die O2-World, es werden in der Nähe des Ostbahnhofs die beiden Hocjhäuser Max und Moritz errrichtet und das durch das Bauvorhaben A 100 zu erwartende zusätzliche Verkehraufkommen wird zu bewerkstelligen sein. Diese Faktoren lassen ein erhebliches Anwachsen des Verkehrsaufkommens im Bereich der Mühlenstraße erwarten.

Durch einen Zufall entdeckten Vertreter des Bündnisses ein Stadtmodell (Maßstab: 1:1000) des Planwerks Innere Stadt, das u.a. zwei Autobrücken im Bereich der „East Side Gallery“ über die Spree ausweist:

Stadtmodell des Planwerks Innere Stadt

Stadtmodell des Planwerks Innere Stadt

Das Stadtmodell zeigt die Berliner Innenstadt von der historischen Mitte bis zur City West. Vorhandene Bebauung und Planungen gemäß dem Planwerk Innere Stadt werden in unterschiedlichen Farben dargestellt.

So zu besichtigen im Lichthof der
„Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt“,
Am Köllnischen Park 3,
10179 Berlin.

Bei dem Modell handelt es sich um ein Arbeitsmodell der Verwaltung mit recht „verwirrenden“ Details.

Auch wird in der Bezirksverwaltung „gemunkelt“, der Brommy-Steg komme nicht. Es wäre ja auch ein Fehler, eine Farrad- bzw. Fußgängerbrücke zu bauen, wenn diese bereits nach kurzer Zeit einer Autobrücke weichen soll.

Fotografiert am 21.08.2013

Bündnis „East Side Gallery retten“ fordert Überprüfung der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung !

Anlässlich des aktuellen Investorengesprächs fordert das Bündnis „East Side Gallery retten“ den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller (SPD) auf, eine Überprüfung der denkmal­schutzrechtlichen Genehmigung der an der „East Side Gallery“ projektierten Bauvorhaben zu ver­anlassen und keine weiteren Baugenehmigungen mehr zu erteilen ! Nach einer kritischen Analyse des Bündnisses verstößt die im Rahmen einer Baubegehung erteilte denkmalschutzrechtliche Ge­nehmigung gegen das aus § 10 Denkmalschutzgesetz Berlin (DSchG Bln) folgende absolute Ge­nehmigungsverbot. Offensichtlich stellten die Denkmalschutzbehörden bei der Genehmigungs­erteilung allein auf den Schutz der Bausubstanz ab. Der entscheidende Umstand, dass eine Ver­bauung der Sichtachsen entlang der „East Side Gallery“ sowie zum gegenüberliegenden Spreeufer die Symbolkraft der „East Side Gallery“ zerstört, wurde hingegen nicht hinreichend gewürdigt.

East Side Gallery hat UNESCO-Weltkulturerbe-Potential

Der Denkmalschützer Leo Schmidt fordert den Erhalt der East Side Gallery: Dafür soll der Berliner Senat einen Aufnahmeantrag für die Unesco-Liste stellen.

In der Berliner Zeitung vom 2.4.2013 erklärt der Denkmalschützer und Gutachter für den Internationalen Council on Monuments and Sites (ICOMOS) Prof. Dr. Leo Schmidt, Inhaber des Lehrstuhls für Denkmal­pflege an der BTU Cottbus, dass die „East Side Gallery“ als politisches Denkmal gute Chancen habe, UNESCO-Welt­kulturerbe zu werden.

http://www.berliner-zeitung.de/east-side-gallery/east-side-gallery-experte–mauer-ist-weltkulturerbe,21998376,22255482.html