Neues No-Go: Asisi-Mauerpanorama

Und wieder soll auf dem ehemaligen Todesstreifen hinter der East Side Gallery gebaut werden: Geht es nach dem Willen des Künstlers Yadegar Asisi und seiner asisi F&E GmbH, wird das Asisi-Panorama „Die Mauer“ vom Checkpoint Charlie direkt auf den ehemaligen Todesstreifen hinter der East Side Gallery ziehen.

Dabei scheint Asisi der eigene Geldbeutel näher zu sein, als der Schutz und das Wohl des weltberühmten Denkmals. Die hohen Besucherzahlen an der East Side Gallery scheinen einfach ein zu gutes Geschäft zu versprechen. Was macht es da schon, wenn der graue, etwa 18 Meter hohe und 30 Meter breite Zylinder, der irgendwie stark an einen ausgedienten Gasspeicher erinnert, empfindlich in den Wirkbereich des Denkmals „East Side Gallery“ eingreift?

„Die East Side Gallery, die wie kein anderes Denkmal für die friedliche Überwindung von Mauern steht, muss auch für künftige Generationen als ehemalige Grenzmauer erfahrbar bleiben. Und dazu gehört einfach, dass der Blick in den geteilten Himmel und zum gegenüberliegend Kreuzberger Spreeufer unverbaut bleibt!“, fordert Jordi Pérez vom Bündnis „East Side Gallery retten!“.

Im Jahr 2013 hatte sich das Bündnis mit breiter Unterstützung der Berlinerinnen und Berliner vergeblich gegen die Errichtung des Luxuswohnturms „Living Levels“ gestemmt. Dabei hatte der Protest eigentlich sehr gute Karten: Wie eine kritische Analyse des Bündnisses belegt, sind derart empfindliche Eingriffe in den Wirkbereich des Denkmals East Side Gallery eigentlich nach Berliner Denkmalschutzrecht strickt verboten. Zu dumm, dass der Denkmalschutz unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wenig zählte, Investoren begünstigt wurden und der Regierende Bürgermeister mit Investor Hinkel sogar persönlich befreundet war. Es bleibt zu hoffen, dass der neue rot-rot-grüne Senat mit seinem Paradigmenwechsel in Sachen Denkmalschutz erst macht.

Irritiert zeigten sich Vertreter*innen des Bündnisses „East Side Gallery retten!“ zudem über die Einlassung des Vorstandes der „Künstlerinitiative East Side Gallery e.V.“. Dieser hatte die Idee, das Panoramagemälde vom bisherigen Standort Checkpoint Charlie direkt auf das Gelände der der weltberühmten Open-Air-Galerie zu verlegen, ausdrücklich begrüßt.

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#Asisi-Mauerpanorama
#KünstlerinitiativeEastSideGallery
#BerlinWall
#ESG_retten

 

DIE MAUER
360°-PANORAMA VON YADEGAR ASISI
Verfasser: asisi F&E GmbH, Berlin
Download: PDF, 12,3 MB

Stellungnahme
der Künstlerinitiative East Side Gallery
zum Projekt „ASISI – Die Mauer“
Download: PDF, 277 kB

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